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Auszeichnung für Aspacher Bürgerbeteiligungsprojekt
icon.crdate13.11.2025
Preis vom Kompetenzzentrum Bürgerbeteiligung e.V.
Das Aspacher Bürgerbeteiligungsprojekt „Älter und selbstbestimmt – Pflege neu denken in Aspach“ hat Anfang des Monats die Auszeichnung „Gute Bürgerbeteiligung“ erhalten. Der Preis wird seit 2023 jährlich vom Kompetenzzentrum Bürgerbeteiligung e.V. in Kooperation mit dem Berlin Institut für Partizipation vergeben und richtet sich an Kommunen und an zivilgesellschaftliche Organisationen, die in Kooperation mit Kommunen qualitativ hochwertige Beteiligungsprozesse durchführen. Ausgezeichnet werden herausragende Projekte, die als Beispiel für gute Bürgerbeteiligung dienen können.
Aus rund 50 Bewerber:innen wurden am Ende fünf Preisträger ausgewählt: Aspach, Heidelberg, Marburg, Bielefeld und Neukölln. Bürgermeisterin Sabine Welte-Hauff, die mit Dr. Jürgen Wuthe zur Preisverleihung nach Berlin gereist war, sagte stolz: „Wir freuen uns so sehr über diesen Preis und sind unglaublich stolz. Auch weil wir, im Vergleich zu den anderen Preisträgern, ja eine eher kleine Kommune sind und nicht wie die anderen eigene Abteilungen oder Mitarbeiter haben, die sich nur um das Thema Bürgerbeteiligung kümmern.“
Gemeinsam stellten die beiden das Projekt „Älter und selbstbestimmt – Pflege neu denken in Aspach“ vor. Danach hielt Michael Schell, Erster Beigeordneter der Stadt Steinfurt und stellvertretender Vorsitzender des Kompetenzzentrums Bürgerbeteiligung. Er hob bereits zu Beginn hervor, dass das Thema Demografie, welches dieses Projekt ja sozusagen initial gezündet hatte, nicht nach den ersten Ergebnissen bereits als erledigt angesehen wurde. „Sie haben sich nicht zurückgelehnt sondern gesagt ,Wir werden jetzt!‘. Und da der demografische Wandel eine große Aufgabe und ein großes Thema ist, haben Sie das ,Wir‘ ebenso groß gemacht.“ Ihm seien besonders drei Dinge am Aspacher Bürgerbeteiligungsprozess aufgefallen: „Inhaltlich haben Sie nicht nur gesagt, wie wollen ein tatsächliches Mehrgenerationenhaus bauen, sondern Sie verstehen alle Aspacher Ortsteile in ihrer Gesamtheit als Mehrgenerationenhaus. Das ist richtig gut und innovativ und das werde ich auch mit zu mir nach Steinfurt nehmen. Als zweiten Punkt führte er an, dass mit viel Geduld und Beharrlichkeit die Akteure für das Projekt angesprochen wurden. „Sie haben die Stimmen gehört, die gehört werden müssen. Und wenn die Menschen nicht mehr zu Ihnen kommen konnten, dann sind Sie zu den Menschen gegangen, dazu gehört viel Geduld und Beharrlichkeit.“ Zuletzt nannte er noch den „guten Geist“, der durch das Projekt entstanden ist: „Sie haben eine gute Stimmung im Ort geschaffen. Das ganze Projekt hat sich nicht nur um die Initialzündung gedreht, sondern auch eine ganz breite Palette an Themen, an die vorher gar nicht gedacht wurde.“ Es sei nicht nur ein Abarbeiten von Themen gewesen, sondern ein echter und offener Prozess, bei dem alle Ideen Raum gefunden haben. Seine Laudatio schloss Michael Schell mit folgenden Worten: „Was bleibt nun? Nicht nur ein Abschlussbericht des Projekts, sondern auch viele Ideen, die teilweise jetzt schon in die Tat umgesetzt werden. Sie haben es geschafft mit diesem Prozess die Stimmung zu verändern. Die Aspacher Bürger und Bürgerinnen haben gemerkt, dass es sich lohnt sich einzubringen, dass das Angebot ,Du darfst mitreden‘ ernst gemeint war. Und somit haben Sie auch noch einen Mehrwert für die Demokratie geschaffen. Und darum gehört Aspach zu den diesjährigen Preisträgern.“
Sabine Welte-Hauff und Dr. Jürgen Wuthe konnten aus Berlin nicht nur viele schöne Momente und die Freude an diese Auszeichnung mit nach Hause nehmen, sondern auch eine Plakette, die ab sofort das Rathaus schmücken wird. Diese haben Sie gemeinsam mit Natascha Bobleter von der Diakoniestation (die leider nicht mit zur Preisverleihung reisen konnte), angebracht.
Das Video der Preisverleihung finden Sie unter www.alex-berlin.de/videos/2104845-verleihung-der-auszeichnung , die Aspacher Akteure sind ab Minute 26 zu sehen.
Info zur Auswahl der Preisträger:
Auf Grundlage der Angaben im Bewerbungsformular erfolgt eine erste Vorauswahl durch den Vorstand des Kompetenzzentrums Bürgerbeteiligung e.V. Aus den ausgewählten Finalisten wählt dann eine Jury, die sich aus dem Beirat des Kompetenzzentrums rekrutiert, in nicht öffentlicher Sitzung diejenigen Träger aus, die die Auszeichnung “Gute Bürgerbeteiligung” erhalten. Grundlage für die Auszeichnung sind die von der „Allianz Vielfältige Demokratie“ entwickelten „10 Grundsätze Guter Beteiligung“, die auf jahrzehntelangen Vorarbeiten aus Wissenschaft und Praxis beruhen.
Bewerber müssen nachweislich möglichst viele der 10 Grundsätze in ihrem Beteiligungsprozess umgesetzt haben.
Hier eine Übersicht über alle 10 Grundsätze:
Gute Beteiligung …
… lebt von der Bereitschaft zum Dialog.
… beachtet die Themen, die Akteur:innen und die Rahmenbedingungen.
… braucht klare Ziele und Mitgestaltungsmöglichkeiten.
... beginnt frühzeitig und verpflichtet alle beteiligten Personen.
… braucht ausreichende Ressourcen.
… ermöglicht vielfältige Mitwirkung.
… erfordert die gemeinsame Verständigung auf Verfahrensregeln.
… braucht eine sorgfältige und kompetente Prozessgestaltung.
… basiert auf Transparenz und verlässlichem Informationsaustausch.
… lernt aus Erfahrung.
Wer mehr über die Preisverleihung und die einzelnen Projekte wissen möchte, klickt hier.










